Lotte Cohn eine schreibende Architektin in Israel
by Lotte Cohn
[Text is in German] Lotte Cohn gehoert zu den wenigen Architekturpionierinnen des vergangenen Jahrhunderts, die neben einem umfangreichen baulichen Ouvre auch schriftliche Zeugnisse ueber ihr Leben und ihre berufliche Praxis in einem maennerdominierten Umfeld hinterlassen haben. Fuer die weibliche Architekturgeschichte und das Bemuehen um Aufarbeitung der Biografien ihrer Protagonistinnen ist diese Tatsache ein Gluecksfall. Seit ihrer Einwanderung im Jahr 1921 in das damalige britische Mandatsgebiet Palaestina reflektierte sie in einem Zeitraum von mehr als 60 Jahren in Briefen, Selbstzeugnissen, Artikeln, Vortraegen und Manuskripten ueber ihre Arbeit und Erfahrungen im neuen Land. Sie berichtete von den Anfaengen der juedischen Baubranche und Architekturentwicklung - von den Planungen fuer die landwirtschaftlichen Genossenschaftssiedlungen des Kibbuz und Moshaw bis hin zu allgemeinen soziologischen und politischen Betrachtungen der Architektur und des Staedtebaus nach der Staatsgruendung Israels und weltweit. Darin spiegeln sich neben ihrer persoenlichen Lebensgeschichte, die in Berlin am Ende der Wilhelminischen Zeit ihren Anfang nahm, auch die Schicksale der deutschsprachigen Einwanderinnen und Einwanderer in Palaestina und in Israel. Mit der zweibaendigen Edition, die das Bild der Epoche ihres Wirkens innerhalb der israelischen Baugeschichte und ihre Persoenlichkeit als erste Frau ihrer Profession im Land beleuchtet, kommt Lotte Cohn als "schreibende Architektin" selbst zu Wort. Der vorliegende erste Band Ausgewaehlte Schriften (1934-1982) umfasst Beitraege aus der hebraeischen Presse und Publikationen, die erstmals auf Deutsch erscheinen, Artikel aus dem deutschsprachigen Mitteilungsblatt sowie unveroeffentlichte Vortraege und Manuskripte.
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